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4.12.2009 von frau k..
Ich verlasse missmutig das Haus. Ein nasser und trüber Wintertag schlägt mir ins Gesicht. In den Gummirillen meiner Schuhsohlen haben sich einzelne Körner Streusplitt festgebissen wie Parasiten. Das Kratzgeräusch eines überstehenden Steinchens unter meinem Schoh begleitet meinen Schritt. Es knirscht, aber ich bin zu faul, das Steinchen aus der Schuhsohle zu fingern. Ich suche nachlässig den Asphalt des Gehsteigs ab, um vielleicht ein Hölzchen zu finden, mit dem ich das Steinchen leichter aus der Rille kratzen könnnte. Am besten wäre ein Eisstäbchen, doch der lästige Streusplit wird längst verschwunden sein, wenn die Kinder auf den Straßen wieder Eis schlecken.
Johannes Gelich, Chlor
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3.12.2009 von frau k..
Die Morgendunkelheit wirkt an manchen Tagen so, als könnte sie stundenlang dauern. Dabei erkennt man nicht einmal, ob Wolken am Himmel sind oder nicht. Ich verzichte auf die Straßenbahn und gehe zu Fuß hinauf bis zum Gürtel. Ich sehe nur wenige Menschen. Sie ziehen alle den Kopf ein und mögen den Wind nicht. Keiner würde meinen Umweg verstehen. Ich habe endlos Zeit.
Paulus Hochgatterer, Über Raben
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2.12.2009 von frau k..
Draußen war ein Winter gewesen, der den Bildern, die wir früher von Winter gehabt haben, nicht einmal entfernt glich. Saubere, tiefgekühlte Dezember mit Reif und kleinen Häusern, in denen gepflegte Familien vor Bratäpfeln saßen, gab es schon lange nicht mehr. Kein Schnee verdeckte die Unattraktivität der Welt, nur dunkelgrau war sie, klamm und verwaschen.
Sibylle Berg, Der Mann schläft
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1.12.2009 von frau k..

Damals war immer nur ein kleines Bild unter den Klappen des Kalenders, für jeden Tag eins. Aber wir waren trotzdem jeden Morgen von neuem gespannt. Wir haben immer erst zu raten versucht, was für ein Bild wohl als Nächstes kommen würde. Und dann… ja, danach haben wir dann die Klappe aufgemacht. Es war, als ob wir eine Tür zu einer anderen Welt öffneten.
Jostein Gaarder, Das Weihnachtsgeheimnis
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2.9.2009 von frau k..

2034. aktionen wie töchtertag, kinderuniversität & co zeigten langsam folgen. manager verlegten ihre rechen-aktivitäten von schreibtisch-zen-gärtchen in öffentliche sandkisten. die generation 50+ stand an der korbschaukel schlange und im umkreis der wilden rutsche fand man so manchen aus der bahn geschleuderten zahnersatz.
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27.8.2009 von frau k..

lange noch hört man sie in die nacht hinein leise im dunkeln reden, die männer links oben. undeutlich, vielleicht steirisch, vielleicht aber auch chinesisch. sie haben riesige badetücher auf ihren fenstern hängen und lassen sich um 6.30 von ›oh i wanna dance with somebody‹ wecken. jeden morgen. manchmal singt whitney auch noch um 8 ›with somebody who loves me‹.
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26.8.2009 von frau k..

eines abends knirscht elfi über den kies des nachbardaches zum zaun. ›ich wollt euch nur eine marillenmarmelade als willkommensgruß bringen,‹ lächelt sie und erzählt über ihren amerikanischen mann, ihre lauten kinder und dass sie hier schon wohnt so lange sie lebt. bevor sie wieder ins fenster klettert, winkt sie und ruft ›wirst sehen, es ist leiwand in ottakring!‹ ich bin geneigt, ihr da rechtzugeben.
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14.8.2009 von frau k..

servas, i bin da gerhard. hat da gerhard gesagt, während er sich unbekleideten oberkörpers ziemlich weit aus dem fenster lehnte. freut mich. was soll man denn sonst sagen?
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23.4.2009 von frau k..

wer möchte da nicht anlieger, dranlieger sein?
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18.4.2009 von frau k..

…scheinen mit etwas abstand betrachtet unbedeutender als man vorerst meinen möchte.
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