8. junikat

cherie

Kinder, es ist Kirschenzeit! Fassungslos registriert Regine, dass der Kreativdirektor soeben ihren Slogan als den seinen verkauft hat. Irritiert blickt sie in die Runde der Kreativen, die in ihren pastellfarbenen Poloshirts – eine Mannschaft Polospieler, eine Horde Krokodile – erste Entwürfe der Amarenajoghurt-Becher herumreichen. Sie denkt an die Zeit, als sie mit Kirschkernen den frechen Nachbarsbuben gezielt kleine blaue Flecke auf Oberarme und Beine gespuckt hat. Wir müssen irgendwie die Gelatineangst auf der Packung intellektuell auflösen, machst du das bitte, Cherie? Während Regine ergeben nickt spürt sie plötzlich einen Kirschkern, der sich hinter der oberen Zahnreihe löst, sie schiebt ihn vorsichtig nach vor, rollt die Zunge ein und…

3 Gedanken zu „8. junikat

  1. plaziert das imaginäre Projektil dem blassblauen Krokodil auf die Brust. Weshalb gerade dem Blassblauen?
    Sind es die bronzenen, Golfschlägerbewährten Unterarme, das gelierte – intellektuell auflösen? – schwarz-stachelige Haupthaar, der unverschähmte Grinser, der begleitet mit einem wahrlich frechen Blick sie kurz unsicher machte?

    Sich gewahr werdend, welche eigenartige, kindische Grimasse sie der versammelten Mannschaft darbot, ließ sie ihre Zunge mit einem leisen Blop, der auf einen Lösungsansatz schließen lässe wieder zwischen den Lippen zurückgleiten. Blassblau zog die rechte Braue leicht an.
    Regine wechselte die überschlagenen Beine.

  2. eine handvoll extrasüßer herzkirschen verteilt frau k. freudigst für solche kommentare!

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