9. junikat

aenderung

silvia war XL. weil chips und butterkekse lange zeit das einzige waren, was in ihrem leben knisterte. dann zog karl nebenan ein. so schön, dass der appetit wegblieb, so gut gebaut, dass ihr der hunger verging. bei L borgte silvia erstmals schüchtern salz von ihm, bei M kam er abends vorbei, um nach milch zu fragen. er blieb so lange, dass er sie in den frühstückskaffee gießen konnte. seine gefühle? S. ernsthafte absichten? XS. was aber egal ist, seit silvia mit ihrem schneider im kerzenschein zu aimer la vie getanzt hat…

3 Gedanken zu „9. junikat

  1. Und ja, die Milch im Frühstückskaffee war wie das Öl im Feuer.
    Es verbrannte ein Stückchen Illusion, die sich nächtens im vibrieren der Lenden wie ein Atompilz aufgebaut.

    Und als das Fleisch genossen, der Schweiß getrocknet und der verheißende, seeligmachende Geruch bis in die kleinste Nuance ausgekostet und aufgesogen ward, sank das Leben wie Ruß ins Bewußtsein, schloß die offene Wunde und schenkte der Leere ihre Weite.

    Und spätestens nach der Dusche war die Blüte verblüht und lag in ihrem Frieden. Schlief das pelzige Tier eingerollt im Matt.

  2. dämmriges dösen
    sattes seufzen
    erschlaffte erregung
    postkoitale poesie.
    komm karl, zieh deine hose wieder an
    und verdreh einer anderen den kopf!

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