scheitern bei spontanen guten wünschen

leckmich

es war donnerstag, elf uhr vormittags und vier mir ziemlich unbekannte menschen hatten mir bereits „einen schönen tag noch“ nachgerufen. das irritierte mich irgendwie. sahen sie mir an, dass er bisher eher unauffällig und unspektakulär verlaufen war? trug ich die sieben aperol spritz vom vorabend noch im gesicht spazieren? was brachte die bäckereiverkäuferin, den trafikanten, den augustinverkäufer und friseurin dazu, mir gute wünsche zusätzlich einzupacken? und reicht in so einem fall ein danke oder muss man sich revanchieren? vielen dank und ihnen auch, hoffentlich verbrennen sie sich nicht wieder mit den salzstangerln, hoffentlich kommen nicht wieder nur alle um 10-minuten-parkscheine zu holen, hoffentlich kauft ihnen ein lottomillionär alle zeitungen binnen fünf minuten ab, hoffentlich fallen alle locken schön und bleiben die ohren dran! und überhaupt, wenn man etwas zurückschenkt, muss man dann nicht immer noch ein wenig drauflegen? noch einen angenehm warmen sommer! jetzt schon ein frohes fest! ein langes, glückerfülltes leben ihnen! wie eine irre würde ich dann durch die straßen gehen, also lieber doch nur ein solides danke, in ein freundliches lächeln verpackt. ich meine, diese vier menschen haben es ohnehin ganz gut getroffen, ihre wünsche sind in erfüllung gegangen, es war durchaus ein schöner tag noch…

2 Gedanken zu „scheitern bei spontanen guten wünschen

  1. bitte, liebe frau k. wuenschens mir doch einen schoenen tag.
    dann koennte ich, zwar weniger wohl formuliert, aber nichtsdestotrotz mit einem ’schreibens weiterhin so feine texte‘ kontern.
    danke.

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