Verfasser-Archiv

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Ich klopfte an Peters Tür, und Peter öffnete mir sofort, wenn er über mein Kommen erstaunt war, ließ er sich das jedenfalls nicht anmerken. Er hatte geheizt und saß bei Kerzenschein vor dem laufenden Fernseher, er schien zu existieren, auch ohne mich, ich fand das erstaunlich.
schon wieder, immer noch: judith hermann

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Ich begegnete ihm kurz vor Weihnachten zufällig im Park, wir standen voreinander wie Fremde, ich sagte ›Und was machst du eigentlich zu Silvester?‹ Ich hing noch immer an der Vorstellung eines gemeinsam verbrachten Jahreswechsels, ein Symbol für das kommende Jahr, in dem alles gut werden mußte, so wie all die Jahre zuvor. Lukas sagte ›Weiß nicht. So rumsitzen und gucken, was kommt, wahrscheinlich‹, und starrte an mir vorbei in die kahlen Äste der Pappel hinauf.
Judith Hermann, Nichts als Gespenster

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Noch liegt Schnee, doch die Blumenläden lassen langsam ihr winterliches Sortiment – Weihnachtskakteen, Weihnachtssterne, Tannenzweige – auslaufen und stellen auf Hyazinthen im Glas und andere erste Frühlingsboten um.
Christiane Rösinger: Das schöne Leben

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Siehst du, das meine ich. Auch ich weiß genau, was ich in dieser Zeit gemacht habe. Jeder weiß, wo er war, und jeder weiß, was er speziell um Mitternacht gedacht, gesagt und getan hat, allerdings nur innerhalb derselben Zeitzone. Und da sehe ich das Problem.”
Thomas Glavinic, Das Leben der Wünsche

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“Weißt du, warum ich Silvester mag? fragte er. Weil sich jeder erinnern kann, wo er war. Wo warst du letztes Silvester?
Bei Phil, wegen der Dachterasse, wo sonst? Um Mitternacht habe ich mir gewünscht, im kommenden Jahr Isländisch zu lernen. Es gab belegte Brote und Sekt, und alle trugen Kleidung aus den 1920er-Jahren.
Thomas Glavinic, Das Leben der Wünsche

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An dem Tag, an dem Alice Friedrich zum ersten und einzigen Mal sah, regnete es. Leichter Regen, aber stetig, schräge Striche vor dem Winterhimmel.
Judith Hermann, Alice

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In Wirklichkeit braucht es für gute Einfälle ganz dringend die Langeweile und das Liegen, und die Glücksfälle des Lebens, die Momente, in denen einem die Ideen und Lieder zufliegen, die würde es ja gar nicht geben, wenn man diese orientalische Lebensweise aufgeben würde. Im Stehen, im Sitzen kommt kein Lied angeflogen, und selbst wenn, würde man es nicht bemerken.
christiane rösinger, das schöne leben

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Ich bin der, der es genauso seltsam findet, vor dem Sex das Handy auszuschalten, wie es nicht zu tun.
Ich bin der, der sich fragt, ob er auf einen Cent Rückgeld warten soll, wenn das Brot 2,99 gekostet hat, oder ob es arrogant wirken würde, darauf zu verzichten.
Ich bin der, von dem du dich immer fragst, warum es ihn nicht gibt.
das wars dann von jochen schmidt.

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Ich bin der, der gern Sprayer wäre, sich aber für kein Pseudonym entscheiden könnte.
Ich bin der, der sich fragt, warum nicht alle so sind wie er.
Ich bin der, der im Vorbeigehen an einem Blatt zupft, und dann fällt der Baum um.
j.s.

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Ich bin der, der jedesmal nachdenkt, ob es in dem Fall ›tod‹ oder ›tot‹ heißen muss.
Ich bin der, der das Radio leiser drehen würde, wenn er beim Radio anrufen würde.
Ich bin der, der lostanzt, und dann stellt sich heraus, dass es gar nicht das Lied ist.
Ich bin der, der Melonen erfinden möchte, die man erst zu Hause mit Wasser befüllt.
immer noch jochen schmidt, durch seine vielschichtigkeit müssen wir jetzt weiter durch